Gebäudebau: Unterschied zwischen den Versionen

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(Vom Bausatz zum Haus)
(kein Unterschied)

Version vom 17. Dezember 2005, 16:13 Uhr


Der Zusammenbau von Industriebausätzen ist eigentlich ganz einfach, mit etwas Erfahrung oder den richtigen Tips wird es noch leichter.

Der Bausatz

Zuallererst möge man sich mit dem Inhalt der Packung vertraut machen. Bei einem Einfamilienhaus aus vier Wänden, und zwei Dachteilen mag das etwas lächerlich erscheinen, bei einem Bahnhofskomplex mit kompliziertem Dachaufbau, Fachwerk, Sockel und Nebengebäuden kommen schon ein paarhundert Teile zusammen.
Das Studium der Bauanleitung kann schonmal eine Stunde oder mehr in Anspruch nehmen, hier kann man sich auch gleich Gedanken über die Farbgebung und Beleuchtung machen. Wer (wie ich) seine Häuser stets nur von einer Seite sehen kann, kann sich an dieser Stelle überlegen, was er mit der schönen Rückseite anfängt. Meist kann man ohne großen Aufwand ein zweites Haus daraus basteln, das fällt dann unter die Rubrik Kitbash.


Das Innenhaus und die Beleuchtung

Eine Schwierigkeit beim Beleuchten von Häusern ist es, sie von innen lichtdicht zu bekommen, damit das Licht wirklich nur an den Fenstern durchscheint und nicht irgendwo an den Eckfugen oder gar zwischen Haus und Grundplatte.

Ich konstruiere mir das Innenhaus mit Bleistift und Geodreieck. Wenn die Hausform einfach genug ist (und ich rechtzeitig dran denke) lege ich die Wände ganz zu Anfang auf ein Blatt Papier und zeichne mir die Fensterumrandungen mit spitzem Bleistift ab, das mißt sich auf flachem Papier einfacher, als wenn das Haus schon zusammengeklebt ist.

Wenn das Haus (später, viel später, erst muß es ja noch bemalt werden!) soweit fertig ist, daß nur noch das Dach fehlt (bzw. bevor ein Raum so verschlossen wird, daß man später nicht mehr drankommt, es gibt ja auch Zwischendecken und solcherlei unerfreuliche Dinge) messe ich den lichten Raum, der nach Einkleben von Fenstern, Scheiben, evtl. Vorhängen noch geblieben ist und konstruiere das Innenhaus. Vom lichten Maß ziehe ich noch 1-2mm ab, damit es hinterher ohne zu klemmen eingesetzt werden kann.

Dabei muß man sich auch überlegen, welche Fenster logisch zu einem Raum gehören und welche ich erleuchtet haben will - in H0 kann man bestimmt auch mehrere verschieden schaltbare Birnen im Haus unterbringen, zB Treppenhaus oder das stille Örtchen an einen Zufallsgenerator bzw. einen Extraschalter anschließen. Auf das lichtdichte Innenhaus mit Fensterausschnitten kommt jetzt noch ein "Vorhängehaus" aus weißem Papier, auf dem ich die Vorhänge für die Zimmer mit Buntstift aufgemalt habe, wieder in logische Gruppen gefaßt.

In H0 hat es sich bewährt, eine Lage eines Papiertaschentuchs mit einem Streichholz als Abstandshalter hinter die Scheiben zu kleben.

Wenn vom Vorbild keine Vorhänge zu dem Raum passen, aber die Fenster Einblick gewähren, bleibt manchmal nichts anderes übrig, als tatsächlich eine Inneneinrichtung anzudeuten.

Worauf man beim Stellen noch achten muß, ist die Fuge zwischen Haus und Boden. Wenn da Licht durchscheint, nützt all die Mühe mit Vorhängen etc. nichts. Wie Teppichbahner das lösen weiß ich nicht, ich kleb die Häuser mit verdünntem Gipsbrei auf, da kann ich noch Pflastersteine reinritzen oder Gras draufkleben, je nach Standort.

Die Beleuchtung erfolgt dabei durch einen Lampenstiel, der von unten durch die Grundplatte gesteckt wird und zum Lampenwechsel rausgenommen werden kann.

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Die Lampe wird von unten durch die Grundplatte gesteckt und mit einer kleinen Holzschraube gesichert.


Farbgebung

Ich lackiere grundsätzlich alle Dächer neu, da sie - im Gegensatz zu unseren üblichen Sehgewohnheiten als Fußgänger - die prominentesten Flächen der Gebäude sind. Den Plastikglanz des Polystyrols nur mit einer dezenten Alterung zu nehmen ist schwierig bis unmöglich, eine Neulackierung meist nicht nur der bessere, sondern auch der einfachere Weg. Hierbei wird die Fläche nicht mit einer einheitlichen Farbe totgemalt, sondern der "richtige" Farbton wird naß in naß auf der Palette gemischt, so daß die (Dach-) Fläche von vornherein aufgelockert wird.
Die meisten Teile werden nicht aufwendig umlackiert. Wer mit den farbigen Spitzlingen des Herstellers keine ästhetischen Probleme hat, kann sich bei Wänden, Fensterrahmen und Türen darauf beschränken, diese noch am Spritzling mit einer dünnflüssigen Brühe von stark verdünnter, entspannter wasserlöslicher Farbe zu überziehen. Damit es keine Farbseen gibt, die beim Auftrocknen unnatürlich aussehende Flecken hinterlassen, legt man die Spritzlinge zum Trocknen zweckmäßigerweise auf Küchenkrepp oder Zeitungspapier ab.


Ziegelsteinmauern

Zur realistischen Farbgebung von Backsteinen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, zuerst nur die Fugen mit einer sehr dünnen Farbe einzufärben, hier bietet sich ein dunkles Grau an. Diese Farbe muß gut entspannt sein, d.h. die Oberflächenspannung des Wassers muß mit Spüli oder anderen Entspannungsmitteln soweit zerstört sein, daß die Farbe keine Tropfen auf dem Spritzling macht, sondern gleich in die Fugen läuft. Durch die Kappillarwirkung zieht sich die dünnflüssige Farbe von ganz alleine in die Fugen. Zum Trocknen werden diese Wände nicht hingelegt, sondern senkrecht aufgstellt, wieder muß man dabei drauf achten, daß sich keine Pfützen bilden.
Als nächstes werden einige Steine mit einer dunklen Farbe betont, Karminrot mit Schwarz gemischt hebt einige Steine hervor, wenn diese getrocknet sind, können Simse und einige wenige Steine eine Winzigkeit mit Zinnoberrot übergraniert werden. Dies gilt ebenso für Ziegeldächer.


Werkzeug

(siehe dazu auch das Werkzeuglexikon)
watenfreier Seitenschneider, Cutter, Nagelfeile, Schmirgelpapier, Lineal, Geodreieck, Gummibänder.


Zusammenbau

Bis jetzt sind alle Teile, bis auf die großen Wände, die man ohne weiteres wiedererkennen kann, im Spritzling verblieben. Um die Einzelteile vom Spritzling abzulösen empfiehlt sich ein watenfreier Seitenschneider, da dies am wenigsten Nacharbeit erfordert. Herausbrechen, -drehen, -gniedeln führt im günstigsten Falle zu Ansätzen, die erst mit Messer und Feile entfernt werden müssen, im ungünstigsten Fall zur Zerstörung des Bauteils. Ist das Bauteil aus dem Spritzling herausgenommen, wird es zuerst auf störende Grate untersucht, diese werden durch vorsichtiges Schaben mit einem Messer entfernt.
Zum Kleben benutzt man so wenig Klebstoff wie irgend möglich, so eine Haus hat ja in den seltensten Fällen etwas auszuhalten, sondern steht jahrelang an ein- und derselben Stelle. Wenn einmal zuviel Klabstoff aufgetragen wurde, so daß er auf der Vorderseite heraustritt, muß er sofort abgewischt werden.
Meist werden zuerst die Fenster und Türen sowie die Fensterscheiben in die Wände geklebt. Der Zusammenbau des eigentliches erfolgt sinnvollerweise auf einer absolut planen Oberfläche, eine dicke Glasplatte ist hier eine gute Wahl. Die Grundplatte, die die meisten Hersteller ihren Häsern beilegen, kann man verwenden, um den Bau rechtwinklig und lotrecht auszuführen, wer hier einen lösbaren Montagekleber verwendet, kann die Grundplatte anschließend ihrer richtigen Verwendung zuführen: Der Verschönerung der Mülltonne von innen. Mitgelieferte gehwege sind meist zu schmal, Pflastersteine passen selten mit denen des Nachbarhauses zusammen und zwingen uns eine ebene Spielzeugwelt vor, wie es sie nichtmal in den allerflachsten Gegenden unserer Republik gibt. Der Fußweg entsteht später aus einem Guß, ein Haus ohne Grundplatte läßt sich ohne viel Aufwand an einer leicht ansteigenden Straße plazieren.
Wenn der spätere Standort schon feststeht, kann man nach dem Zusammensetzen der Wände die Beleuchtung an Ort und Stelle vornehmen, solange man noch von oben durch das Haus hindurch rankommt. Ansonsten wird jetzt das lichtdichte Innenhaus tatsächlich konstruiert und eingefügt, bevor die Dachplatten das Haus für lange Zeit verschließen.